Nachwuchs bei den Rebhühnern - Schutzprojekt im Schefflenztal

Die Rebhühner im Projektgebiet sind geschlüpft. Für optimale Lebensbedingungen gilt es einiges zu beachten.

Gelege (c) Elmar Werling

Das Rebhuhn ist in Baden-Württemberg akut vom Aussterben bedroht. Doch im Süden des Neckar-Odenwald-Kreises – zwischen den Gemeinden Schefflenz, Billigheim, Mosbach, Elztal und Seckach – gibt es noch Hoffnung: Hier liegt eines der größten noch erhaltenen Verbreitungsgebiet des Rebhuhns.

Zwischen Mitte Juni und Anfang August ist es endlich soweit: Die Rebhuhnküken schlüpfen! Die Küken sind noch winzig klein, aber schon unterwegs. Gemeinsam mit der Henne ziehen sie durch ein benachbartes, extensiv bewirtschaftetes Getreidefeld. Zu sehen sind sie kaum, aber wenn man genau hinhört, kann man die feinen Lockrufe der Henne wahrnehmen. Bedroht werden die Rebhühner durch verschiedene Gefahren, u.a. ist in der Umgebung ein Hermelin unterwegs. Deshalb heißt es Daumen drücken, dass die kleine Familie gut durchkommt.

Wer in den nächsten Tagen draußen unterwegs ist und aufmerksam lauscht, kann mit etwas Glück eine Rebhuhnfamilie entdecken (oder besser erhören). Wie die Rufe der Rebhenne klingen, erfährt man auf der Homepage der Initiative www.rebhuhn-schefflenztal.de.

Rebhuhn gesichtet? Bitte melden an rebhuhn@rebhuhn-schefflenztal.de, denn jede Beobachtung hilft weiter, die Situation der Rebhühner im Schefflenztal richtig einzuschätzen.

Blütenreicher Wegesrand, (C) Tobias Lepp

Wie der Bestand der Rebhühner unterstützt und geschützt werden kann, zeigen folgende Tipps

Feldwege durchziehen die Landschaft wie feine Linien – oft nicht beachtet, aber für den Artenschutz von unschätzbarem Wert. Ihre Wegränder und Säume bieten inmitten intensiv genutzter Felder wertvolle Rückzugsorte für viele Tier- und Pflanzenarten. Mit einer durchdachten, naturschonenden Pflege können Kommunen, Landwirtinnen und Landwirte sowie andere Engagierte im ländlichen Raum aktiv zum Artenschutz beitragen.

Der neue Leitfaden der Initiative Rebhuhnschutz Schefflenztal zeigt, wie das ganz praktisch gelingen kann – verständlich, machbar und wirkungsvoll. Dabei bedeutet naturschonende Pflege nicht mehr Aufwand, sondern vor allem einen bewussten Umgang mit Zeit und Fläche. Einige Bauhöfe aus dem Projektgebiet wenden die Tipps aus dem Leitfaden schon an. Die gute Nachricht:
Schon kleine Veränderungen zeigen große Wirkung – für das Rebhuhn, für die Insekten, für die Vielfalt.

Vier einfache Grundsätze helfen dabei: 
Nicht zu genau nehmen: Altgrasinseln oder Randstreifen bieten vielen Tieren das ganze Jahr über Versteck und Nahrung. Diese scheinbar „unordentlichen“ Stellen sind besonders wertvoll. Das darf auch einmal niedriges Gestrüpp sein.
Zur richtigen Zeit: Zwischen Mitte April und Ende Juli sollte möglichst gar nicht gepflegt werden, da in dieser Zeit viele Arten brüten oder Blühpflanzen bestäubt werden.
Nicht alles auf einmal: Die Pflege sollte räumlich und zeitlich gestaffelt erfolgen – also abschnittsweise oder nur einseitig. So bleibt immer ein Teil der Vegetation erhalten – als Nahrung, Fortpflanzungs- und Rückzugsraum.
Mähen statt Mulchen: Wo möglich, sollte gemäht und das Mähgut nach kurzer Liegezeit abgeräumt werden. Das schützt Insekten und erhält die Pflanzenvielfalt. Wenn nicht gemäht werden kann, ist ein früher Mulchgang im Februar/März und ein später im Herbst eine alternative Lösung – allerdings mit Zurückhaltung.