Rücksichtnahme während der Brut- und Aufzuchtzeit der Rebhühner

Wildkräuter haben eine enorme Bedeutung für die Artenvielfalt in der Feldflur. Sie dienen als Lebensraum für zahlreiche Insekten, die wiederum unverzichtbar für die Aufzucht junger Rebhühner sind.

Im April und Mai 2026 wurden aus dem Schefflenztal so viele Rebhuhnpaare gemeldet wie noch nie seit Beginn der Beobachtungen. Offenbar haben sie den Winter gut überstanden – nun hoffen die Zuständigen vom Schutzprojekt auf günstiges Wetter für die aktuelle Brut- und Aufzuchtsaison.

Seit etwa Anfang Mai haben die Hennen fast täglich ein Ei gelegt. Rund drei Wochen dauert es, bis das Gelege vollständig ist. Erst danach beginnt die eigentliche Brutzeit. Jetzt im Juni lassen sich vor allem die aufmerksam sichernden Hähne beobachten. Denn zur Brutzeit pflegen Rebhühner eine klassische Rollenverteilung: Das Brüten übernimmt allein die Henne. Währenddessen hält sich der Hahn in der Nähe des Nestes auf und beschützt seine Familie. Krähen und Elstern werden entschlossen vertrieben, Raubwild versucht der Hahn mit Ablenkungsmanövern vom Nest wegzulocken.

Die Rebhuhnküken eines Geleges schlüpfen nahezu gleichzeitig, meist zwischen Ende Juni und Anfang August. Nach dem Schlupf kümmern sich beide Eltern gemeinsam um die Aufzucht der Jungen. Besonders in den ersten Lebenstagen sind die Küken noch sehr empfindlich: Sie können ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren und suchen bei kühlem oder nassem Wetter Schutz unter den Flügeln der Eltern. Damit sie ordentlich wachsen können, sind die Kleinen außerdem darauf angewiesen, dass die Eltern sie mit eiweißreicher Nahrung in Form von Insekten versorgen.

Erst mit etwa sechs Wochen sind junge Rebhühner körperlich ähnlich leistungsfähig wie die Altvögel. Bis dahin benötigen sie ausreichend Deckung und möglichst störungsarme Lebensräume. Rücksichtnahme während der Brut- und Aufzuchtzeit ist daher besonders wichtig. Z.B. dürfen Hunde nicht freilaufend durch die Felder streifen - hier sind die Hundehalter gefragt!
 
Auf Ackerwildkräuter kommt es an – auch im Rebhuhnschutz
Wildkraut oder Unkraut? Ackerwildkräuter begleiten den Ackerbau bereits seit Jahrtausenden. Viele heimische Ackerwildkräuter gehören zu den unscheinbaren und konkurrenzschwachen Arten: Sie verursachen kaum Ertragsverluste - haben aber eine enorme Bedeutung für die Artenvielfalt in der Feldflur! Die Vielfalt der Pflanzenarten auf einem Acker beeinflusst maßgeblich das Vorkommen zahlreicher weiterer Tierarten. Besonders deutlich wird dies am Beispiel des Klatschmohns: Seine Blüten und Pflanzenteile dienen Wildbienen, Hummeln, Käfern, Zikaden und vielen weiteren Insektenarten als Lebensraum und Nahrungsquelle. 

Insekten wiederum sind unverzichtbar für die Aufzucht junger Rebhühner, denn Rebhuhnküken sind in den ersten Lebenswochen auf eiweißreiche Insektennahrung angewiesen. Auch die erwachsenen Rebhühner nutzen verschiedene Pflanzenarten direkt als Nahrung, darunter Vogelmiere, Erdrauch, wilde Feldsalatarten oder verschiedene Knöteriche. Gleichzeitig sorgen wildkrautreiche Bestände für lockere und strukturreiche Lebensräume. Damit bieten sie den Rebhühnern Nahrung und Deckung zugleich.

Der Schutz von Ackerwildkräutern ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des Rebhuhnschutzprojektes. Im Projektgebiet leisten landwirtschaftliche Betriebe einen wertvollen Beitrag für mehr Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft – und für das Rebhuhn.
 
Weitergehende Infos finden sich auf der Website www.rebhuhn-schefflenztal.de.